Sauzme&Rüdi goes Botswana

... aus der heissen Savanne in die kalte Stube!

Samstag, April 15, 2006

Ende gut, alles gut

Das Abenteuer ist zu Ende!
Nach über fünfeinhalb Monaten in Afrika sind wir beide gut in die Schweiz zurückgekehrt und bereits hat uns der harte ETH- bzw. RS-Alltag eingeholt...

Freitag, März 31, 2006

Alt Dubai

Bis vor fünf Jahren konnte man die Hochhäuser Dubais noch an einer Hand abzählen. Heutzutage ist die Stadt in einem Bauboom, der seinesgleichen sucht. Doch immer noch findet man entlang des „Creek“, jenem Fluss durch die Altstadt, einen Hauch von 1001 Nacht. In engen, verwinkelten Gassen befinden sich das Goldviertel, das Gewürzviertel, das Tuchviertel, etc.

All diese Viertel, eigentlich „Souks“ genannt, geben dem sonst eher postmodern erscheinenden Dubai einen gewissen Reiz vergangener Tage zurück. Um den „Creek“ zu überqueren, bieten sich am einfachsten die unzähligen „Abras“ an. Diese kleinen, tuckernden Boote besiedeln in grosser Zahl den Fluss und bilden einen schönen Kontrast zu den spiegelnden Fassaden der Skyline-Hochhäuser.

Von den zahlreichen Moscheen der Altstadt ertönen die Gesänge und Gebete der Muezzine. Viele Einwohner tragen weisse Religionskleider oder Scheichsgewänder. Dieser Teil Dubais ist sicherlich der interessanteste und eindrücklichste der Stadt.

Neu Dubai

Jumeira – ein Wort das für Luxus und grenzenlosen Grössenwahn steht. Jumeira ist eigentlich einfach ein Strand westlich der Innenstadt Dubais. Doch seit gut fünf Jahren werden an diesem Strand Bauten verwirklicht, die sich jenseits von utopisch anhören. So zum Beispiel das Burj-al-Arab, das einzige 7-Stern Hotel der Welt. Mit einer Höhe von über 300 m und dem billigsten Zimmer weit über 1000 Fr. pro Nacht, ist es der Inbegriff des neuen, luxuriösen Dubais. Doch auch die andern Hotel am Jumeira Beach lassen jedes Luxusherz höher schlagen und jedem Normalsterblichen den Kopf schüttlen. In den kommenden fünft bis zehn Jahren werden hier noch weitere Hotels der Superlative errichtet, wie beispielsweise eines, das auf mehreren kleinen Inseln, die in Form einer Palme künstlich ins Meer gebaut werde. Wer’s nicht mit eigenen Augen gesehen hat, kann’s kaum glauben!

Komischerweise sind es vor allem viele Russen, die diesem Luxus und Neureichtum verfallen sind. Gleich neben dem Burj-al-Arab befindet sich ein Wasserpark, der in etwa unserm Alpamare entspricht. Da ich von diesem Park schon viel gehört habe und es hier angeblich einige wirklich einmaligen Wasserattraktionen geben soll, beschliesse ich die 70 Fr. Eintritt zu bezahlen und diesen Park einmal zu erleben. Schon beim Eingang fallen mir die vielen Russen auf und auch im Park drin sind viele Attraktionen sogar zusätzlich auf russisch angeschrieben. Daher mein Schluss, dass es vor allem neureiche Russen sind, die diese Hotels finanzieren.

Einige der Attraktion im Park haben es wirklich in sich. So zum Beispiel eine Wasserrutschbahn, bei der man mit einem Wasserstrahl noch oben rutscht, eine künstliche Welle, in der man Boogie-Board surfen kann und eine weitere Wasserrutschbahn, bei der man kurz schwerelos ist. Doch schlussendlich bin ich vor allem oft am Anstehen und kann nicht wirklich von der Vielzahl der Bahnen profitieren. Zudem ist bei mir die Faszination für solche Bahnen recht schnell verblast und so muss ich am Ende fast den Ausblick vom Turm der Wasserrutschbahn als grösstes Highlight des Parks nennen.

Sexualapartheid

Obgleich UAE eines der westlichsten und liberalsten Länder Arabiens ist, sieht man auch hier an vielen Stellen die strenge Hand des Islams. Vor allem die Geschlechtertrennung wird in den Emiraten recht streng gehandhabt. Vielerorts laufen Frauen, die schwarze, verhüllende Gewänder tragen, die ihnen nur gerade einen kleinen Schlitz für die Augen offen halten. Im Bus fahren die Frauen vorn, es sind extra Frauensitzplätze reserviert, so etwa wie bei uns mit den Parkplätzen. Ja, und die Toiletten sind selbstverständlich auch getrennt, allerdings wird hier in einem Ton darauf aufmerksam gemacht, dass mir irgendwie dabei die südafrikanische Apartheidregierung in den Sinn kommt.

Mittwoch, März 29, 2006

Gigantomanie

Dass in Dubai alles etwas grösser und schöner ist, dass habe ich bereits nach wenigen Stunden in der Stadt gemerkt. Die Strassen sind fast ausschliesslich vierspurig, was nicht heissen will, dass sie dadurch nicht auch verstopft wären, im Meer werden Quadratkilometergrosse künstliche Inseln in Form von Palmen errichtet, das höchste Bauwerk der Erde wird hier in den nächsten drei bis vier Jahren entstehen und das einzige 7-Stern Hotel der Welt, in dem das billigste Zimmer bescheidene 1000 Fr. pro Nacht kostet, das alles ist Dubai. Es gäbe noch unzählige solcher Beispiele, und ich hoffe schwere, noch einige davon genauer zu sehen und beschreiben.

Das bis jetzige Highlight was diesen ungebremsten Grössenwahn angelangt, ist die „Mall of the Emirates". Nach langem Bussuchen und –fahren komme ich endlich beim schon von weiten sichtbaren Megakomplex an. Schon auf der ganzen Fahrt von der Jugendherberge bis zum Shoppingcenter sehen ich wie in Dubai an jeder Hausecke gebaut wird. Momentan gibt es in Dubai wohl mehr Kranen als Menschen, habe ich das Gefühl. Egal, im Shopping Center drin sehen ich erst die wahren Ausmasse dieses ultimativen Einkaufsparadies. Der „Carrefour" hat 52 Kassen und erstreckt sich über mehrere Hundertmeter in alle Richtungen. Der Food Court hat auch für den ausgefallensten Gaumen den richtigen (Fast)Food parat. Von all den Boutiquen und Läden will ich gar nicht anfangen zu sprechen.

Doch meinen Augen wirklich nicht mehr trauen, kann ich erst beim Anblick des „Ski Dubai", einer 450 m langen und 85 m hohen Skianlage mitten im Shoppingcenter! Da habe ich doch gemeint, dieses Jahr dem Winter und Schnee ein Schnippchen geschlagen zu haben, doch kurz vor Ende meiner Reise holt mich die eisige Jahreszeit noch einmal ein. Einerseits schmunzelnd über diesen „Gipfel der Künstlichkeit und des Kitsch", andererseits verängstigt über den enormen Energiekonsum und die Dummheit vieler Besucher, schaue ich mir die künstliche Schneelandschaft und die Skifahrer an.

Vom Sessellift bis hin zur Schlittelbahn ist alles einer schönen Skiregion in den Alpen nachgemacht, nur dass hier momentan draussen 35 °C im Schatten sind, doch dass stört drinnen wohl niemanden.

Dubai die „Stadt der unbegrenzenden Möglichkeiten". Da verwunderte es mich auch nicht, dass ich wenig später erfahre, dass in den nächsten Jahren das erste „Unterwasserhotel" der Welt entstehen soll!

Samstag, März 25, 2006

“Have a flutter on the camels in this hotbed of exotic luxury”

Nach einem doch noch turbulenten Ende in Botswana werde ich mich nun im Reich der Ölscheichs und Multi-Milliardäre etwas erholen. Schalamaleikum ...


Click for Dubai, UAE Forecast

BIG TRIP: Reparaturliste

Das Theater um unser Auto hat ja schon während dem Kauf begonnen (siehe „Die unerträgliche Leichtigkeit des Autokaufs“), doch auch während den folgenden 15'000 km klebt das Pech wie an den Reifen des VW Polos. Immer wieder haben wir Pannen und Probleme, die mal billiger und schneller, mal teurer und zeitaufwändiger behoben werden. Hier nun die Liste der „Nebenkosten“ unseres Autos:

(Achslager (Maun) 500 P = 125 Fr. )
(Kofferraumschloss (Gabs) 640 P = 160 Fr. )
Glühbirne hinten (Jwaneng) 4 P = 1 Fr.
Kotflügel (Keetmanshoop) 20 N$ = 5 Fr.
Auspuff (Cape Town) 920 R = 184 Fr.
Autoradio (Cape Town) 80 R = 16 Fr.
Auspuff/Getriebe/Glühbirne hinten (Montagu) 260 R = 52 Fr.
Auspuff (Outshorn) 40 R = 10 Fr.
Auspuff (Outshorn) 60 R = 12 Fr.
Auspuff (Mtubatuba) 20 R = 4 Fr.
Pneu (Steelport) 450 R = 90 Fr.
Kotflügel (Zeerust) 300 R = 60 Fr.

TOTAL: 720 Fr.

Raining Pretoria

Die Frage nach der Hauptstadt Südafrikas ist nicht ganz so klar zu beantworten. Sowohl Kapstadt (Sitz des Parlaments), Bloemfontein (Sitz des höchsten Gerichts) als auch Pretoria (administrative Hauptstadt) werden als solche genannt. Mit 1.5 Millionen Einwohnern ist Pretoria die viertgrösste Stadt Südafrikas und trägt den Übernamen „Happy City“, da die Stadt bis jetzt zum Glück (noch) nicht so sehr von der Kriminalitätswelle des benachbarten Johannesburg heimgesucht wurde.

Für mich ist Pretoria aber eher die „Stress City“, denn schon am ersten Abend, als ich bereits nach Eindunkeln die Stadt erreiche, habe ich alle Hände und Füsse damit zu tun, im unübersichtlichen Verkehrsdschungel mein „Backpacker’s“ zu finden. In der einen Hand den ungenügenden Lonely-Planet-Stadtplan, in der anderen das Steuerrad, kurve ich unter Dauerstress durch die Strassen Pretorias. Zu den Orientierungsschwierigkeiten, kommen noch die andern Verkehrsteilnehmer, die nicht eingezeichneten Einbahnstrassen und die schlecht funktionierende Gangschaltung des VW Polo hinzu. Ich glaube, ich muss nicht noch genauer erklären, dass unter diesen Umständen Autofahren nicht gerade ein Vergnügen ist!

Glücklicherweise kann ich mich im schliesslich gefundenen „Backpacker’s“ ein wenig erholen und bin am nächsten Morgen bereit die Stadt auf einem kurzen Spaziergang anzuschauen. Dabei fällt mir schnell einmal auf, dass es in Pretoria noch sehr viel schöne, alte Gebäude gibt. Leider sind diese (fast) alles Zeugen der Apartheidregierung.

Zum Glück haben sich mittlerweile die Zeiten geändert und ich kann sogar mitverfolgen, wie eine Kundgebung von Schwarzen direkt unterhalb der Paul-Krüger-Statue stattfindet. Zu Zeiten der Apartheid wurden Schwarze, die sich zu mehr als sechst trafen – und sei es nur für ein Bier – sofort verhaftet und mehrere Jahre eingesperrt (siehe „Robben Island“).

Auf der Weiterfahrt zurück nach Botswana beginnt das Verkehrschaos von neuem (siehe „In the Nick of Time“). Unter unzähligen und zum Teil recht schlecht angeschriebenen Autobahnen und Strassen gilt es die richtige Richtung Rustenburg zu finden. Das Problem ist aber eben, dass in Pretoria so ziemlich alle wichtigen und grossen Autobahnen Südafrikas zusammenkommen und das macht die Orientierung, vor allem allein im Auto, äusserst schwierig.

Am Abgrund 3, 4, 5, 6 & 7

Neben dem weltberühmten Krüger NP ist im nordöstlichen Teil Südafrikas vor allem der Blyde River Canyon sehenswert. Da Leute, die bereits im Okavango Delta auf Safari waren, meist nur enttäuscht vom Krüger NP sind, beschliesse ich lieber dem Canyon einen Besuch abzustatten.

Von Sabie, wo ich wie so oft im Backpacker’s übernachtet habe, fahre ich zusammen mit einem Deutschen namens Björn, der den Canyon in einer zweitägigen Wanderung ablaufen möchte, zum ersten Viewpoint, dem „Pinnacle“. Hier hat es neben unzähligen Souvenirständen und grossen Reisecars einen James-Bond-mässigen Felsen („Der Mann mit dem golden Colt“), der recht imposant von der Felswand absteht.

Der nächste Viewpoint könnte dramatischer nicht heissen – „God’s Window“! Die Szenen gleichen sich, nur dass es hier noch mehr Souvenirstände und noch mehr Reisecars hat. Das „Fenster Gottes“ befindet sich auf einer ungefähr 1000 m hohen, senkrechten Felswand, von der man einen super Blick auf das Lowveld mit dem Krüger NP hat. Leider ziehen bei unserer Ankunft gerade mächtige Nebelschwaden vom Lowveld die Felswand hoch, somit beschränkt sich unser Ausblick auf wenige Meter. Dafür haben wir so mehr Zeit uns die verschiedenen und sehr schönen Pflanzen der „Klein Drakensberg“ (so der Name dieser Region) anzuschauen.

Ein paar Kilometer später lade ich Björn beim Start des Wanderwegs ab und fahre allein der Touristenstrasse entlang zu einem weitern Viewpoint. Dieses Mal muss ich für die Besichtigung sogar Eintrittsgeld bezahlen, dafür bekomme ich eine fast-nicht-inszenierte Tanzperformance einer schwarzen Frauengruppe geboten. Dieser Viewpoint heisst „Bourke’s Luck Potholes“. „Potholes“ (was man auch mit „Schlaglöcher“ übersetzen kann) daher, da sich der Blyde River und der Treuer River mehrere Meter tief in eine Schlucht stürzen und im Fels ein wahres Bild der Verwüstung hinterlassen.

Es geht weiter. Richtig, zum nächsten Viewpoint! Dieser hat den kreativen Namen „World’s End“ – für meine Geschmack etwas zu apokalyptisch, aber sei’s wie’s will, ich bin ja nur zum Schauen da. Wiederum befinde ich mich hoch oben auf einem fast senkrecht abfallenden Felsen und weit unten im Tal sehe ich den Blyde River, der sich mäandrierend (wer nicht mehr weiss, was das ist – siehe Blogger „Fish River Canyon“ oder Prof. Löw fragen; genau, derjenige mit dem Mikrophone) durch den Canyon „frisst“.

Der siebte und letzte Viewpoint (tatsächlich, einen hab ich noch!) heisst „Three Rondavels“ und ist von mir aus gesehen der schönste. Dieser Name stammt daher, da es auf der andern Canyonseite drei Felsen hat, die wie die typischen runden Hütten der Ureinwohner aussehen. Doch auch der Blyde River hat von dieser Stelle den schönsten Verlauf und die steilen Wände des Canyons besitzen eine fast schon rötlich rosa Farbe.

Traditionelles, schönes Swaziland

Swaziland ist eine der letzten absoluten Monarchien der Welt. Das heisst, der König ist der alleinige und unumstrittene Herrscher des Landes. Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Swazis noch sehr traditionell leben. Zwar hat die westliche Welt unterdessen auch in Swaziland Einzug gehalten, aber es leben immer noch etwa 30 % der Bevölkerung wie anno dazumal in den typischen Hütten, die an Bienenstöcke erinnern.

Die Swazis sind äusserst stolz auf ihre Kultur, die allerdings immer mehr in die Kritik einer liberalisierten Weltpolitik gerät. Vor allem die Rolle der Frau in der Swazi Gesellschaft lässt jede Frauenrechtsbewegung vor Zorn aufschreien. In der Swazi Gesellschaft haben die Männer die volle Macht über die Frauen. Sobald ein Mann dem Vater einer Swazi Frau 17 Kühe als „Kaufpreis“ anbieten kann, gehört die Frau ihm. Falls der Mann viele Kühe hat, kann er sich sogar mehrere Frauen „kaufen“. Die Frau ist von nun an sein Untertan und hat ihm zu gehorchen und dienen. Stirbt der Mann, so „erbt“ der Bruder des Verstorbenen die Frau, etwas so wie eine alte Briefmarkensammlung. Mitspracherecht oder Selbstbestimmung gibt es nicht. Die Frau gehorcht und macht, so will es die Swazi Tradition. Vielleicht ist dies chauvinistische Grundhaltung Frauen gegenüber auch einer der Hauptgründe, wieso Swaziland eine der höchsten AIDS-Raten der Welt hat und dieses Problem nur sehr schwer in den Griff bekommt.

Die Swazi Kultur ist sehr nah verbunden mit der Zulu Kultur. Dies sieht man sehr gut an den recht ähnlichen Tänzen und Riten. Während einer solchen, eher inszenierten Tanzdarbietung habe ich die Möglichkeit mich davon selbst zu überzeugen. Typisch für die Tänze sind die hohen Kicks à la French Cancan, die zu wilden Trommelrhythmen in eher martialischer Art und Weise „getanzt“ werden. Auch am Strassenrand treffe ich auf zwei mit Baumzweigen geschmückte Jungs, die für etwas Geld zu den Trommelschlagen ihres Vaters den Swazi Tanz vorführen.

Landschaftlich kann Swaziland grob in einen eher flachen Süden und einen gebirgigen Norden unterteilt werden. Mich zieht eher der gebirgige Norden an und im Malolotja Nature Reserve, sehe ich eine sehr schöne Berglandschaft mit verschiedene Antilopenarten und Zebras als Bewohner.

Die Nacht verbringe ich in der Hauptstadt Mbabane im Backpacker’s. Mbabane ist für mich nicht weiter sehenswert, deshalb fahre ich am nächsten Morgen auch alsbald weiter. Je näher ich mich Richtung Südafrika begebe, desto waldiger wird die Landschaft. In der Gegend um Pigg’s Peak ist vor allem die Holzindustrie ansässig. Kilometerweit sehe ich riesige Tannenwälder, die abgeholzt und wiederaufgeforstet werden. In dieser Region fahre ich hauptsächlich auf unwegsamen Holzfällerpfaden durch kleinen Dörfer mitten im Wald.

 

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